sFeld und die Feldschaft

Fehlt dir auch eine Horde? Mir schon.

Ich bin in einem Dorf aufgewachsen. Das war manchmal eng, aber auch schön. Man kannte sich, bekam voneinander mit und gehörte irgendwie dazu. Mich beschäftigt schon lange die Frage: Wie können wir mitten in einer Stadt etwas von dieser Vertrautheit schaffen? Einen Kreis, in dem wir gesehen, gehört und anerkannt werden – und im Leben anderer einen Platz haben.

Daraus entsteht sFeld: ein soziales Experiment in Basel. Wir treffen uns einmal im Monat – aus Neugier aufeinander und mit Lust, gemeinsam etwas anzufangen. Wir kochen, gestalten, feiern, sind draussen oder sitzen einfach zusammen.

Dabei bringen wir unser eigenes Leben mit und lassen uns aufeinander ein. Mit der Zeit kann daraus mehr werden als eine Folge netter Abende: Vertrautheit, gemeinsame Projekte und das Gefühl, dazuzugehören.

Mich interessiert auch, was aus einem solchen Miteinander wachsen kann. Wie entwickeln wir unsere Beziehungsfähigkeit? Wie bleiben wir in einer sich schnell verändernden Welt handlungsfähig und gestalten mit? Bei sFeld beginnen wir dort, wo wir unmittelbar etwas ausprobieren können: im Umgang miteinander.

Wir nennen dieses Experiment Feldschaft.

Eine Horde, selbst gewählt

Heute können wir freier entscheiden, wie wir leben. Öffentliche Institutionen und professionelle Angebote nehmen uns vieles ab. Das ist ein Gewinn. Doch ein verlässlicher persönlicher Kreis entsteht dadurch noch nicht von selbst.

Wie wäre es, Zugehörigkeit bewusst zu wählen? Mit Menschen, die ihr eigenes Leben führen und sich über längere Zeit aufeinander einlassen möchten. Die mitbekommen, was die anderen beschäftigt, miteinander lachen, sich gelegentlich helfen und einander vertraut werden.

sFeld ist ein Versuch dazu.

Erst die Menschen. Dann das Programm.

Oft bringt uns eine gemeinsame Tätigkeit zusammen: Wir treffen uns zum Paddeln, Singen oder Spielen. Bei sFeld zäumen wir das Pferd von hinten auf. Zuerst steht die Entscheidung, sich regelmässig zu begegnen. Was wir miteinander unternehmen, entwickeln wir selbst.

Vielleicht lädt jemand zu einem Kochabend oder einer Nachtwanderung ein. Jemand anderes organisiert ein Draussentanzen oder zeigt einen Film, über den wir anschliessend sprechen. Oder wir spielen Pingpong, machen Musik, bauen etwas oder reden an einem langen Tisch über bedeutsame Nebensächlichkeiten.

Manches wird geplant, anderes entsteht spontan. Nicht jeder Abend braucht ein Ziel oder einen tieferen Sinn. Es darf auch unspektakulär sein.

Die Konstante sind die Menschen, die wiederkommen.

Die Verantwortung für die Treffen wandert durch die Gruppe. Alle bringen sich auf ihre Weise ein. So lernen wir auch Seiten voneinander kennen, die beim blossen Reden vielleicht verborgen bleiben.

Für wen ist sFeld?

Für Menschen, die ihr eigenes Leben leben – und neugierig auf das der anderen sind.

Du interessierst dich für menschliche Entwicklung und gesellschaftliche Fragen. Du möchtest etwas erleben, ausprobieren und mitgestalten. Du bringst gerne Ideen ein und lässt dich gelegentlich auf etwas ein, das du selbst nie vorgeschlagen hättest.

Damit das Miteinander lebendig werden kann, wünschen wir uns die Bereitschaft,

  • neugierig aufeinander zu bleiben: zuzuhören, ungewohnten Sichtweisen zu begegnen und die Bedürfnisse und Grenzen anderer ebenso ernst zu nehmen wie die eigenen.

  • ehrlich zu sein und bei sich hinzuschauen: auszusprechen, was dir wichtig ist oder zwischen uns steht, und die eigenen Reaktionen hinterfragen zu können.

  • verbindlich mitzugestalten: wiederzukommen, Absprachen einzuhalten und auf die eigene Weise etwas beizutragen.

Du musst darin nicht geübt oder immer gut drauf sein. Wir werden uns missverstehen und manchmal lieber recht haben wollen. Entscheidend ist die Bereitschaft, wieder aufeinander zuzugehen. Humor hilft dabei.

Eine bestimmte spirituelle oder politische Weltanschauung brauchst du ebenso wenig wie therapeutische Erfahrung. Uns interessiert, was verschiedene Menschen miteinander anfangen können.

Alle tragen etwas bei: eine Idee, einen Ort, eine Fähigkeit, praktische Unterstützung oder einen überraschenden Einfall.

Ein überschaubarer Rahmen

Für das Pilotjahr 2027 möchten wir in Basel eine Gruppe von ungefähr zehn bis zwölf Menschen zusammenbringen.

Wir verabreden uns zunächst für ein Jahr. Zum Rahmen gehören:

  • Zwölf gemeinsame Treffen: ein verbindlicher Abend pro Monat, mit wechselnder Verantwortung für die Gestaltung.

  • Drei zusätzliche begleitete Reflexionstreffen: Zeit, um gemeinsam auf unser Miteinander zu schauen.

Insgesamt also etwa 15 Treffen im Jahr. Die Termine vereinbaren wir möglichst früh, damit alle planen können. Regelmässig dabei zu sein gehört zum Experiment. Dass jemand einmal krank oder verhindert ist, gehört zum Leben.

Dazwischen kann Weiteres entstehen: ein Ausflug, gegenseitige Hilfe oder ein kleines Projekt. Diese zusätzlichen Aktivitäten sind freiwillig. Niemand muss überall mitmachen, und wir müssen uns auch nicht alle gleich nahe sein.

Am Ende des Jahres schauen wir zurück: Was hat Freude gemacht? Was ist entstanden? Was würden wir anders machen? Und möchten wir weitermachen?

Vielleicht wächst eine längerfristige Feldschaft daraus. Vielleicht verändert sich die Form. Wir müssen das heute noch nicht wissen.

Ab und zu gemeinsam hinschauen

An den drei Reflexionstreffen nehmen wir uns Zeit für Fragen, die im gemeinsamen Tun manchmal untergehen: Was gefällt uns? Was fehlt? Welche Ideen möchten wir aufgreifen? Wie verteilen sich Aufgaben und Verantwortung? Finden alle ihren Platz?

Dabei darf auch zur Sprache kommen, wenn etwas irritiert oder zwischen uns steht. Wir tauschen Wahrnehmungen aus und suchen gemeinsam nach einem Umgang damit. Wenn etwas dringend ist, warten wir damit natürlich nicht bis zum nächsten Reflexionstreffen.

Diese Treffen unterstützen uns dabei, die Feldschaft gemeinsam zu gestalten. Erfahrungen aus NARM und Prozessorientierter Psychologie können dabei hilfreich sein.

Verbindlich, mit Luft zum Atmen

Wir möchten ausprobieren, was entsteht, wenn wir über eine gewisse Zeit dranbleiben. Auch nach einem unspektakulären Abend. Auch wenn die erste Begeisterung einem vertrauteren Miteinander weicht.

Dabei bleibt jede und jeder eigenständig. Unterschiedliche Lebensweisen, Meinungen und Bedürfnisse haben Platz. Und wenn jemand merkt, dass es nicht passt, ist ein Abschied möglich. Wir wünschen uns, dass wir darüber sprechen und bewusst voneinander Abschied nehmen können.

Ein gemeinsamer Anfang

Anfang 2027 planen wir offene Kennenlernabende in Basel. Wir verbringen Zeit miteinander, kommen ins Gespräch und bekommen einen ersten Eindruck: Haben wir Lust auf dieses Experiment – und aufeinander?

Anschliessend führe ich mit den Menschen, die sich für das Pilotjahr interessieren, persönliche Gespräche. Dabei klären wir Fragen und Erwartungen und schauen, ob der Rahmen passt.

Auch Menschen, die ich bisher nicht kenne, sind ausdrücklich willkommen. Für den ersten Kreis wünschen wir uns unterschiedliche Hintergründe, gegenseitige Neugier und Freude am Mitgestalten. Da die Gruppe klein bleibt, können wir möglicherweise nicht allen Interessierten einen Platz anbieten.

Wer sFeld initiiert

Ich bin Matthias Restle. Seit vielen Jahren begleite ich Menschen und Gruppen mit kreativer Selbsterforschung, NARM und Prozessorientierter Psychologie. Dazu kommen mein künstlerischer Hintergrund und Erfahrungen mit Retreats und offenen Gruppenprozessen.

Bei sFeld bin ich Initiator und selbst Teil des Experiments. Im ersten Jahr übernehme ich die organisatorische Initiative und begleite die drei Reflexionstreffen. Damit habe ich anfangs eine besondere Rolle und mehr Einfluss. Das möchte ich offen benennen.

Die monatlichen Treffen gestalten wir gemeinsam. Mit der Zeit soll die Verantwortung breiter verteilt werden. Ich bringe Erfahrung und Ideen mit – ebenso wie die anderen auch.

Was sFeld wird, entsteht durch die Menschen, die kommen. Und wiederkommen.

Neugierig?

Dann schreib mir ein paar Zeilen:

  • Was macht dir Lust auf sFeld?

  • Was würdest du gerne einbringen oder ausprobieren?

Wir schaffen das Feld. Und schauen, was das Feld mit uns macht.